Bairischa Schweinsbron mit Gnedl und am Graud – Vorsicht Rezept in Mundart

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Bairischa Schweinsbron mit Gnedl und am Graud – Vorsicht Rezept in Mundart

Grias eich mitanand! Jetzad bin i recht gschpannt, wia eich der heidige Beitrog üban Schweinzbron so gfoid! Oiso,… Es gab da so einen Aufruf von Jankes Souldfood zum oberbayerischen Schweinekrustenbraten! Nein, Moment, das ist das Rezept, um das es hier bei mir geht. Türlich mit Semmelknödeln und Sauerkraut. Und gleich vorweg zur Info. Das Rezept in der Datenbank ist in Hochdeutsch verfasst, also nur, falls Sie nach dem Artikel weiche Knie haben sollten,… Oder feust‘ a Saubreiss bist und nix fasteh duast! No gibt’s do koan Gugel Translät dadafüa!

Janke hatte die geniale Idee, zum Thema „MundArt“ ein typisch regionales Gericht zubereiten und im entsprechenden Dialekt verfassen. Im deutschsprachigen Raum gibt es eine Vielzahl an Dialekten. Teilweise für alle gut nachvollziehbar, oft aber recht unverständlich für jeden, der weiter als einen Ort entfernt lebt vom jeweiligen Sprach-Epizentrum. Oder gar dazuagroast, also zugezogen, ist!

Ich musste ein wenig überlegen, welchen Dialekt ich denn „benutzen“ soll, gibt es doch so einige spektakuläre Sprachfinessen, die ich in meinen stolzen, fast 42 Lebensjahren, erlebt und erfahren habe,…

Angefangen von dem Dialekt, den vom Ursprung meines Papas geprägt wurde, Banatdeutsch, glaube ich sagt man dazu. Er ist in Rumänien, in einem deutschen Ort aufgewachsen. Dort sagt man Grumbira statt Kartoffel, Paradeisa ist die Tomate. Deswegen gibt es zum Beispiel meine Grumperten Nudeln, also Nudeln mit Kartoffeln, hier im Blog.

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Dann gibt es den von mir heiß geliebten Wiener Dialekt, den mein Bruder und ich lautstark, im Auto (ähm an der österreichischen Grenze auf dem Weg nach Ungarn), mit offenen Fenstern postulierten.

Das amerikanische Deutsch der Mama meiner besten Freundin aus Kindheitstagen. Oh, ich muss unbedingt mal einen Beitrag zu Wackelpudding mit Himbeeren schreiben,…

Vor 10 Jahren sind wir hier nach Hessen, genauer, an den Rand des Odenwalds gezogen. Aber mal ehrlich, ich will Ihnen weder den hier örtlichen Dialekt antun, noch die Spezialitäten, mit denen wir immer noch nicht sonderlich warm geworden sind. Sehr regional sind zum Beispiel die „Kraudwerscht“. Für einen Bayern fast blasphemische, mit Sauerkraut (!!!) gefüllte Weißwürste, die es hier im Herbst gibt. Oder „Grieeeee Soß“, eine Soße aus vielen Kräutern zu Eiern und Kartoffeln. Wobei, das ist eigentlich ganz lecker.

Ja, aber der Dialekt, der mich und meinen HerrnBpunkt ungemein geprägt hat ist der aus der Region Freising in Oberbayern. Ich muss vielleicht dazu sagen, dass ich, obwohl meine Mama und viele Freunde sehr stark Dialekt sprechen, hat das nie so auf mich abgefärbt. Ich spreche meistens Hochdeutsch, außer wenn ich will, dann ko i scho a andast ren,… HerrBpunkt dagegen arbeitet ja in einem fusionierten Konzern eng mit Schweizer und Österreichischen Kollegen zusammen und hat sich so wesentlich stärker seinen Lokalkolorit behalten.

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Ich freue mich sehr

über all die anderen genial schönen und witzigen Posts von vielen Blogger Freunden.
Gucken Sie mal, was für tolle Rezepte und Geschichten hier gesammelt wurden:

Jankes Soulfood punktet mit Peste Pitsche & Bodderloch

Lebkuchennest löffelt  Mosdsubbe

Marlene’s sweet things serviert Öpfelröschti

Cuisine Violette zeigt uns Hessischer Schmandkuchen

Soulfoodqueens offeriert Badische Krazete

Zimtkringel tischt Geschmelzde Worschdspatza auf

Schlemmerkatze kredenzt Schalet

Ina isst gerne Handkäs mit Musik uff neu gemacht mit Abbel und schaffe Sprosse

The Apricot Lady zeigt Risibisi wies mei Oma scho gmacht hat

Herzstück richtet Schtielmus Eintopf vonne Omma an

Und wenn Sie die Gerichte und Dialekte nicht zuordnen können, lesen Sie in den Blogs nach! Wir haben uns dabei alle größte Mühe gegeben! 🙂

FrauBpunkt Schweinebraten Krustenbraten Semmelknödel Bayerisch Mundart Soulfood (12 von 33)Wenn ich an ein Lieblingsgericht meiner Kindheit denke,

dann ist dass eindeutig der Schweinekrustenbraten mit Semmelknödeln und Sauerkraut. Über viele viele Jahre das Originalrezept meiner Mama und Oma, mittlerweile allerdings verschmolzen mit dem genial leckeren Braten von HerrnBpunkts ältester Schwester. Dazu ein kaltes dunkles Bier, selbst vom Neffen gebraut,… Ich schwöre, Sie überfressen sich, egal, wie gut Ihre Vorsätze sind. Und bevor Sie schmerzlich lernen müssen, verrate ich Ihnen gleich mal, dass das definitiv kein leichtes Abendessen ist. Mittags ist die Uhrzeit der Wahl, wenn es nach Ihrer Verdauung geht! Wenn wir aber die Zubereitungszeit im Ofen anschauen, sprechen wir einfach von einem Lunfee.

Lunfee – Quasi kein Brunch sondern ein Lunch/ Coffee!

Wie macht man also einen perfekten Schweinebraten? Es ist nicht mal wirklich schwierig, keine Raketenwissenschaft! Man sollte nur beim Fleischkauf auf hohe Qualität achten. Wenn ich Spanferkel oder Duroc bekomme ziehe ich diesen immer dem normalen Schweinebraten vor. Am besten ist sowieso, dass man sich beim Fleisch einen Metzger des Vertrauens sucht. Das Stück hier zum Beispiel ist von der Metzgerei Gränitz. Ein glückliches Durocschwein, das bis zur Schlachtung tatsächlich ein sehr tiergerechtes Leben führen konnte.

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Beim Rezept

bitte nicht über die unglaublichen Mengen wundern. Erstens ist nämlich so ein Schweinekrustenbraten eine tolle Gelegenheit, mal wieder das Haus voll Freunde einzuladen. Und zweitens schmeckt er kalt, dünn aufgeschnitten als Sandwich auch mega. Die Knödel, falls, welche übrig bleiben kann man toll, in Scheiben geschnitten, anbraten, oder aber einen genial leckeren Salat daraus zaubern. Man kann einfach nie genug Schweinebraten haben, ich verspreche es!

Und nur nochmal, damit wir uns verstehen,… Dieser Schweinekrustenbraten ist so herrlich weich und saftig, dass er beim Schneiden zerfallen wird. Das ist so gewollt.

Und ja, es mag sein, dass eine Scheibe auf dem Teller irgendwie fotogener wäre, aber mal ehrlich, ich will den Braten hauptsächlich essen und nicht Model stehen lassen!

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Des brauchst:

A zwoa bis zworahoib Kilo Sticke vo da Sau, mit Haut, is klar, oda?
A Kilo Rippal
Zwoa Suppngneche
Fia Paradeisa
An Lauch
Zwoa Zwiefen
Fia Knofizechan
Zwoa geibe Ruam
A Viertl von am Sejerie
Zwoa bis drei Teeleffe Soiz
A bissl an gmoina schwarzn Pfeffa
A bor Pfeffakeandl
A weng an Kümme
An Tschiilli, wenst magst
A Quartl von am Dunkln (mea zum Dringa, is klar, oda?)

A Teeleffe Soiz extra

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Wiast‘n macha muast:

A wiaklich grousse Rein oschleppa und heastein. An Ofa machst auf Zwoahundatfuchzg° Umluft mit am Grill, wennst hast.

Jetzad muast as Gmias herrichtn. Fia Paradeisa, de zwoa Zwiefen und des Viertl von am Sejerie wiafen, an Lauch und de zwoa geibe Ruam in Scheibal schneidn, de fia Knofizechan schein und hoibian. Ois zammad in de Rein backa.
Mit dena bor Pfeffakeandl, dem Kümme, am Soiz und am Tschiilli, wüazn. De Suppngnechal dazua backa.

Jetzt machst fo de Rippal de Suibahaut weg und reibst‘das mit Soiz und Pfeffa gescheit ei. Aufs Gmias backa und ins Ofaroa schiam. Jetzt kunntst scho a Flasche Bia aufmocha. Is ja a anschtrengnd gwen,…

De Haut von dem Schtickal Fleisch muasst jetzt voasichtig und beheazt in kloane Viereckal schneidn. Dabei deafst, um Himmes Wuin ned ins Fleisch, nua ins Fett, oiso quasi „fortgschrittn“, wiaklich nua d‘Haut ritzn! Am ollabestn nimmst dazua as Brotmessa, des is nämlich, wennst a gscheids host, höinscharf. Oder a Skoipell, aber des hod ma meistns ned einfach so rum lign,…

In a grousn Pfanna machst an guadn Zentimeta Wossa mit am Teeleffe Soiz eina und lasst as kocha. (Zwischendrinna muasst scho a moi in an Ofa schaun. Mia woin ja ned, das de Rippal oda as Gmias vabrennt, mia woins braun! Des is a Untaschied!)

Des Fleisch duast jetzad mit da gritzn Haut nach untn ins kochade Wossa. Zwoa bis drei Minutn schprudlnd kocha lassn. Dabei muast aufpassn, das de Haut ned am Bodn fo da Pfanna bickt. Des Fleisch deafst guad soizn und pfeffan.

Jetzt de Rippal aus da rein hoin. Des Gmias deaf no zehn bis fuchzen Minutn grilln, bis es a gschmackigs Aroma hod.

Des Gmias mit am Quartl Bia ablescha. Wenn no wos in da Flaschn drin war is guad, wenn ned, muast a neie aufmacha. Den Brodn (mit da Haud nach om, is logisch) in de Rein backa. De Rippal vateilst ausnrum und jetzt kost an Deckl zua macha.

As Roa (oiso an Ofa) muast auf Hundatfierzig° Umluft und lasst an Brodn fier Schtund in Rua. Da is Zeit füa a neis koids Bia, des Graud, de Gnedl, Schofkopfa oda a Biache.

Nach dera Zeit schoidst an Ofa wieda auf Zwoahundatfuchzg° Umluft mit am Grill. Soboid da Ofa hoas is, machst an Decke nunta. Jetzt duast de Krustn mit am Soizwassa eipinsen. Obacht, soboid de Farb so is, wiast‘as mogst, muast an Brodn ausm Ofa raus nemma. Des is wia mid Popkoan. Da deafst ned an Moment vapassn und no aufs letzte Kracha wartn, sonst brennd‘a da o.

An Brodn duast jetzt auf an Deja, de Rippal auft Seitn. Des Mak aus de Suppnknechal kreist aussa und passieast as zammad mitm Gmias und da Soß vo da rein duach an Sieb. Da kimmt jetzt a Decke auffa mit am Eispäck. Woast scho, wia füa‘d Kühldaschn. Ne setzt sie as Fett a wengal ab und ma kos a bissi abschöpfa.

Wennst no a Bia host schittst as zua Soßn in den Degl und lasst as nommoi kocha. Probieas moi. Es ko sei, das ma no an Soiz oda an Pfeffa braucht. Aber schaug imma zum Brodn, wei sonst hod a am Disch koa Kracha mea. Oiso, bei uns is des oiwei so,…

Jetzad trommest de Bagasch zam und ruafst zum Essn. Dazua basst a Graud, Gnedl, de Rippal und de guade Soß!

An Guadn!

Des brauchst:

Zwöif oide Semmen
Sex Orr
Hundat Gramm Budda
An Zwiefe in kloane Wiafen
An Essleffe Pedersei
An Dreifiete Teeleffe Soiz
A bissal an Pfeffa
Dreihundatfuchzg bis fiahundat Millilita Muich

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Wiast‘n macha muast:

Oiso entweda hast an gescheidn Bäcka, wost a Gnedlbrot kaffa konst. Oda du muast, wia i, ois Exilbayrin zwöif Semmen kaffa und üba Nocht tricken lassn. Dann muast as in zwoa bis fünf Milimäta dünne Scheibal schnein. De miasn ned olle gleich sei, mia batzn‘s ja eh zam.

De Wiafen vo da Zwiefe in de hundat Gramm Budda odünstn. De Muich eina schüttn und lauwam wean lossn. Dann sche üba‘d d‘Semmen schüttn. Jetzt brauchans a Pause vo so zehn Minutn.

De Orr, an Petersei, Soiz und an Pfeffa zua de Semmen doa und gescheid batzn. Wenn a z‘nos is, oiso ganz org bickt, machst a bor Semmebresl nei.

Jetzt drast Gnedl, wia an Schneeboi. Des geht am bestn, wennst deine Bratzn a bissal nos machst. Da griagst so zwöif bis sechzen Gnedl.

Soizwassa muas jetzt in am wiaklich grousn Degl kocha und dann backst de Gnedl voasichtig do eini. An Deckl vom Degl duast ned ganz zua macha und de Gnedl soin nimma kocha, nua so zwanzg bis fünfazwanzg Minutn ziagn.

Des brauchst:

Naa, des Rezept is ned wegetarisch. Wia sois‘n zum Schweinzbron? War ja bläd,…

Fia Pfund, oiso a Killo Sauagraud (aus da Dosn, oda seiba eiglegt)
A Pfund Greichats
An Zwiefe
Oan oda zwoa Essleffe Buddaschmoiz
Fia Essleffe vom Bronfett
An Essleffe Kümme, gloa batzt
Anhoibn bis an ganz Teeleffe Soiz (kimmt aufs Greichate o)
A bissal an Zucka
Fuchzg Millilita Weißwein
Zwoahundatfuchzg Millilita Suppn
A Loabeerblattl
Fia Wachoidabeerle

Wiast‘n macha muast:

An Zwiefe muast wiafen und as Greichate schneidst in grobe Sticke.

In am Degl de zwoa Essleffe Buddaschmoiz hoas wean lassn, dann de Zwiefe dazua gem. Rüan bis‘ glasig sand. As Greichate dazua gem und so zwoa Minutn schmoan lassn.

As Graud und de andan Sacha dazua gem.

Gmiatlich drei bis fia Schtundn kechen lassn. Des kannst a guad scho am Dog voam Bron macha.

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Ich schmeiß mich weg!!!

Also ehrlich gesagt, hat es riesig Spaß gemacht, die Rezepte für den Schweinekrustenbraten zu übersetzen! Wobei ich jetzt schon weiß, dass meine Mama zum einige Korrekturen vornehmen würde, weil sie Wörter anders aussprechen würde. Oder wenn ich Vroni frage, die mit den Walnusslebkuchen. Aber ich habe hier versucht, die Rezepte so zu schreiben, wie ich und HerrBpunkt sie sprechen würden. Vielleicht sind wir aber schon ein wenig eingerostet, wegen dem Odenwald,…

Also, ich geh in jedem Fall mal bei den anderen gucken, was sie so z‘song ham. Denn ich finde, dass Dialekt ein Kulturgut ist, das wir alle mehr pflegen sollten! Es zeigt unsere Wurzeln, den Ursprung unserer Familien. Wo kämen wir Menschen hin, wenn wir den verlieren würden? Ich glaube, dass das einer der Pfeiler unserer Gesellschaft ist. Sich zu erinnern, wo wir herkommen, unsere Vergangenheit zu betrachten, damit wir herausfinden, wo wir hin wollen. Mir fällt auch, dass ich über dieses Thema wirklich schon öfter geschrieben habe. Weil es mir am Herzen liegt.

Nochmal danke an Janke für diesen Anstoß, diese witzige und schöne Idee, Rezepte in Mundart zu verfassen!

Und jetzt interessiert mich natürlich Ihre Sicht darauf? Sprechen Sie Dialekt? Wenn ja, welchen? Und trauen Sie sich, mir mal ein Rezept, im Dialekt zu schreiben? Oder zumindest den Namen von typischen Gerichten zu kommentieren?

Ich jedenfalls gehe jetzt mal aussa, in‘d Sun und dua no a bissal tschillen, oiso neideitsch gsogt,…

Pföa God und vom Heazn,
Eire

FrauBpunkt

2018-04-10T08:09:22+00:00 April 10th, 2018|

One Comment

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