Kardamom Knubbel Dingers – Von einer Mühle, mahlen und ein wenig Mohn

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Von einer Mühle, mahlen und ein wenig Mohn

Hier wurde mit der Mockmill Mühle gemahlen, entsprechend möchte ich diesen Artikel mit Werbung kennzeichnen.

Die letzten Monate

fühle ich mich ganz fürchterlich eingeengt. In eine Mühle gesperrt, immer im Kreis herum, zwischen zwei Mahlsteinen gefangen. Kennen Sie das Gefühl? Das Problem, mit Visionen, Inspirationen, Zielen an eine Sache zu gehen. Sie stecken Herzblut, Zeit, noch mehr Zeit, Energie, Kraft und Liebe in ein Projekt. Manchmal erreicht man sein Ziel, der Weg ist frei und Sie können Ihren Vorschuss wieder auffüllen.

Ja, und manchmal entgleitet uns das Ziel, wir verstricken uns, verlaufen uns auf dem Weg. Das Ziel wird verschoben, versetzt und scheint immer weiter weg, weil es dann nicht mehr unser Ziel, sondern eine Fremdvorgabe ist. Dafür tappen wir in eine Falle. Wenn wir nur noch mehr leisten, noch mehr Energie investieren, Dinge, die wir lieben, zurück stellen, dann könnten wir vielleicht das Ziel erreichen. Doch das verhält sich wie die berühmte Karotte an der Angel. Wir sind in der Mühle des Lebens, der Arbeit, des Hobbies, was auch immer, gefangen.

Es ist sehr schwer, sich hier wieder zu lösen, sich nicht zermalmen zu lassen.

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Wenn wir unseren Fokus verlieren, tappen wir in diese Falle.

Und was kann da helfen?

Was können wir tun?

Sobald wir erkennen, dass wir in dieser Mühle stecken, unser Ziel verloren haben, sind wir automatisch schon einen wichtigen Schritt weiter! Das ist gut!

Jetzt ist es wichtig, eine Pause einzulegen. Und zwar so lange, wie nötig ist. Erst wenn das Herz den Kopf wieder überstimmen kann, sind wir so weit, wirklich zu reflektieren. Hört sich komisch an, ist aber so. Es bringt nichts, mal eben 2 Tage Social Media Pause zu machen, um danach alles Versäumte wieder einzuholen. Nein, erst wenn die Pause so lange war, dass man den Reflex, ständig nach dem Handy zu greifen (geben Sie es zu, das kennen Sie doch bestimmt auch!), nicht mehr spürt, dann ist es so weit.

Jetzt einfach mal spazieren gehen, die Gedanken wieder fliegen lassen. Durchatmen, Blätter betrachten. Pilze suchen gehen, Freunde treffen, in der Hängematte liegen. Sich an Dinge erinnern, die man immer schon mal machen wollte. Mehl selbst mahlen, in meinem Beispiel hier. Oder vielleicht wollten Sie ja schon immer mal Cosplay machen? Oder wie wäre es mit Mozzarella selbst herstellen?  Unsere Träume und Gedanken sind frei, kennen keine Grenzen. Das haben wir doch alle schon in einem Lied gelernt, oder? Erinnern Sie sich?

Und jetzt gilt es zu überlegen.

Wer bin ich?

Wer will ich sein?

Wie kann ich das erreichen?

Was macht mir Freude?

Was mag ich nicht?

Mit meinen 40 Jahren durfte ich diese Metamorphose die letzten Wochen erst wieder erleben. Es tut weh, strengt an, ist unangenehm. Doch noch schlimmer wäre es, weiter in dieser Mühle fest zu sitzen.

Statt dessen hatte ich bei koziol einen Heidenspass. Konnte einen wunderbaren Abend beim Essen erleben. Ich habe eine riesige Megatorte für den Herrn B. gebacken. Ein Märchen geschrieben,…

Und ich habe endlich was gemacht, was ich schon lange mal ausprobieren wollte.

Ich habe mein eigenes Mehl gemahlen.

Ha! Nicht ich war in der Mühle gefangen, nein! Dinkel, Roggen, Weizen wurden mit zwei Keramikmahlsteinen verarbeitet.

Ich muss nicht den Vorgaben folgen, die ich von den Supermarkt Großeinkäufern vorgekaut bekomme. Das Mehl, dass ich mahle ist frisch, reich an Nährstoffen und geschmacklich unsagbar lecker. Wenn ich schon dabei bin, mich aus diesem Karussell, aus der fremd vorgegebenen Tretmühle, zu befreien, dann richtig,… So kann ich experimentieren, individuell anpassen, ausprobieren.

Die Mockmill passt perfekt zu meiner KitchenAid und nimmt in der Schublade nicht viel Platz weg. Der Mahlgrad kann stufenlos eingestellt werden und reicht von wirklich superfein, bis recht grob. Das hab ich aber bisher noch nicht so oft verwendet. Und die Mühle ist so einfach zu verwenden, dass sich unser Fräulein L. sofort zum Helfen bereit erklärt hat. Hier an dieser Stelle möchte ich mich auch noch ganz lieb bei ihr bedanken. Denn wenn Sie auf den Fotos mal beide Hände von mir sehen, hat das Fräulein meist die große Kamera in der Hand und knipst!

Da das Getreide, das ich bisher verwendet habe, immer Vollkorn war, habe ich noch nicht mit dem Mehl pur gebacken. Aber vielleicht zeigt mir das Team von Mockmill ja mal, wie ich das am besten anstellen kann.

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Welches Rezept mit dem frisch gemahlenem Mehl verrate ich Ihnen heute? Das Baguette mit Sauerteig? Oder die Brötchen mit der genialen Backmethode vom lieben khs? Ah, Moment, ich weiß,…

Herr B. war neulich mit der Arbeit in Stockholm. Es war kalt, saukalt, zugig und recht frisch. Doch er war hellauf begeistert. Vom Land, der tollen Stadt, den Ausflügen und Sehenswürdigkeiten. Und, nicht zu vergessen, vom Essen.

Zurück kam er dann mit einer Tüte voll von unverschämt leckeren, fluffig buttrigen, äh, Knäuel,… Ihre Frau B. hat keine Mühen gescheut, heraus zu finden, wie diese Knubbel denn nun heißen. Leider ohne Erfolg. Also habe ich mich hingestellt und mir überlegt, welche Zutaten in den Bällen wohl drinnen waren und wie sie hergestellt gewesen sein könnten.

Herausgekommen, nach ein paar heroischen Selbstversuchen, ist dieses wunderbare, einzigartige Rezept für

Zutaten

650 g Weizenmehl

100 g Dinkelmehl frisch gemahlen

1,5 TL Kardamomkapseln

1 Msp. gemahlene Nelke

0,5 TL Salz

300 ml Milch, lauwarm

125 g Zucker

6 Tropfen Orangenöl (oder 1 TL Orangenschale)

42 g frische Hefe

1 Ei

150 g Butter, weich

Füllung:

100 g Zucker

2 EL Zimt, gemahlen

50 g Butter, sehr weich

4 EL Aprikosenmarmelade

2 EL Mohn

2 EL Zucker zum Bestreuen

1 Ei

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Zubereitung

Milch lauwarm erwärmen (wirklich nur lauwarm!), Zucker (bis auf 2 EL) dazu geben und auflösen lassen.

Das Mehl in eine Schüssel geben und eine große Kuhle buddeln. Hefe in die Kuhle bröckeln, Zuckermilch dazu geben und mit ein wenig Mehl einen Vorteig anrühren. 10 Minuten gären lassen.

Kardamomkapseln im Mörser öffnen, die Schalen entfernen und die Kerne fein mahlen. 2 EL Zucker dazu geben, dann wird der Kardamom noch feiner.

Die weiche Butter, das Ei, Salz, Kardamom, Nelke und Orangenöl dazu geben und ca. 6 Minuten kneten. Ich mache das gerne mit meiner Küchenmaschine. Der Teig ist erst recht klebrig, wird dann aber kompakter.

Die Schüssel mit dem Teig mit einem sauberen Tuch abdecken und ca. 1 Stunde an einem warmen Ort gehen lassen. Er sollte sich ungefähr verdoppeln.

ODER:

Den Teig eine Stunde gehen lassen, mit Folie abdecken und in den Kühlschrank parken. Am nächsten Morgen heraus holen und ca. eine Stunde lang an einem warmen Ort wieder aktiv werden lassen.

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Während dessen den Zucker und Zimt vermischen. Die weiche Butter mit der Aprikosenmarmelade verrühren. 2 Backbleche mit Backpapier belegen.

Jetzt den Teig in ein möglichst großes Rechteck ausrollen. Es darf ruhig so 2 mm dünn werden.

Mit einem Teigspatel der Butter-Aprikosenmischung auf dem dünnen Teig verteilen. ZimtZucker und Mohn darauf streuen. Den Teig einmal mittig halbieren (sonst sind die Streifen später zu lang) und dann in ca. 5-10 mm breite Streifen schneiden.

Jetzt die Streifen einzeln wie ein Wollknäuel aufwickeln. Dabei möglichst die Füllungsseite innen entlang laufen lassen.

Diese auf die Backbleche setzen (bitte ein wenig Abstand einhalten). Die Knäuel beherzt mit dem Finger in der Mitte drücken. Weitere 20 Minuten ruhen lassen.

Nach 10 Minuten den Backofen auf 200° Umluft vorheizen. Das Ei in einem Schüsselchen verquirlen.

Die Knubbel mit dem Ei einpinseln und mit Zucker bestreut in den Backofen schieben.

Nach ca. 20 Minuten Backzeit (ich muss wegen der Wärmeverteilung in meinem Backofen die Bleche einmal positionsmäßig tauschen) sind die Kardamom Knubbel Dingers fertig.

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Und wissen Sie,

das mit den Kardamom Knubbel Dingers, das ist wie mit den Zimtschnecken. Ich kann da gar nicht genug davon backen. Irgendwie sind die immer sofort weg. Theoretisch könnte man sie, direkt nach dem Backen und Auskühlen, sofort einfrieren. Oder man könnte die Rohlinge, bevor sie in den Backofen wandern, auf dem Backblech (oder einer anderen Platte, die in den Gefrierschrank passt) einfrieren. Nach ca. 1 1/2 Stunden kann man sie in Tüten oder Dosen packen, dann kleben sie nicht zusammen. Denn wenn man die Teiglinge gleich in Tüten packt, kleben sie zu einem Klumpen zusammen und das würden wir ja nicht wollen, nicht wahr?

In meiner Reflektion

fragte ich mich, was ich die letzten Monate, das letzte Jahr so getrieben hatte. Ich dachte an die Texte über Brasilien, den 21 Jahren Liebe, vom Mundorgasmus beim Liebsten Award, über den Odenwaldcross. Dann gab es ja noch den Artikel vom Felsenmeer, von der Hingabe und den Petits Fours. Ich dachte an den lieben khs und seinem Besuch bei uns auf dem Lande. Mein Brunch für Freunde, der tolle Nachmittag bei Enrico im Pfortenhaus, die intimen Erinnerungen an eine Ananassahnetorte und deren Geschichte,…

All das war toll, wichtig und wunderbar. Doch ich verlor meinen Fokus, verirrte mich in der virtuellen Welt. Ich schreibe wahnsinnig gerne, koche, backe, erlebe, erschmecke,…

Doch ich brenne für meine Familie, für unser Leben!

Meine Ziele sind jetzt wieder klar definiert. Der Fokus ist deutlich. Doch man muss sich immer im Gedächtnis behalten, dass man jederzeit in alle die Mühlen und Mahlwerke um uns herum tappen kann. Dann beginnt der Prozess von Neuem und wenn wir alles richtig gemacht haben, erkennen wir ihn immer schneller und kommen leichter wieder heraus.

Wie geht es Ihnen da so?

Kennen Sie solche Mühlen? Tret-Mühlen? Getreide-Mühlen? Welche Erfahrungen haben Sie damit? Können Sie mir und meinen Lesern da Tipps an die Hand geben? Das würde mich freuen, schreiben Sie mir einfach einen Kommentar!

So lange

mahle ich mein Mehl einfach selbst. In meiner Mockmill Mühle. Genau wie ich es möchte, an meine Bedürfnisse angepasst. Oder ich besuche die Damen und Herren da mal. Es ist ja nur ein Katzensprung bis dort hin,…

In diesem Sinne,

Ihre Frau B.

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Aufgenommen von ChristianOsterPhotography

2017-10-09T15:59:44+00:00 November 2nd, 2016|

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