Macarons – ich hasse Euch (manchmal)

So, jetzt haben Sie mich erwischt, mit Macarons! Hinterrücks, volle Breitseite! Erst in meinem Artikel über das super Event Food.Blog.Meet habe ich darüber hergezogen. Mich ein wenig darüber beömmelt, dass ich eh nie weiß, wann welcher „Day of“ ist. Das können Sie schön daran erkennen, dass ich am 17.03. den St. Patricks Day verpasst habe. Soll ich mir den fürs nächste Jahr aufschreiben? Um dann am 17.03. irgendwas Grünes zu posten? Und warum was Grünes? Was steckt da dahinter? Ich glaube, da lese ich erst mal nach,…

Nein, am 20.03.

ist der Tag der Macarons. Ha! Macarons sind so ziemlich das einzige Gebäck, das ich bisher nicht wirklich hin bekommen habe. OK, gut, ich gebe es zu. Ich habe bisher nur 2 Versuche, über 10 Jahre verteilt, oder so, gemacht. Die ersten waren ein Totalschaden. Die zweiten waren einigermaßen ansehnlich, geschmacklich aber ein grandioser Reinfall. Die goldene Himbeere der Küche, sozusagen. Ach, und sie waren steinhart, aber das soll ja so. Nein? Nicht? Naja, man könnte sie ja neben 5 aufgeschnittene Äpfel lagern, da geht bestimmt noch was,…

FrauBpunkt Macarons Veilchen Pfeffer Zitrone Rezept-0165

Auch wenn ich eigentlich nicht

auf solche Tage stehe, ist es der willkommene Tritt in den, ach, Sie wissen schon, für mich, endlich wieder einen Versuch zu wagen. Witzig ist, das ich schon seit längerem ein digitales Zuckerthermometer, so ne schlabbrige Backmatte und Mandelmehl daheim habe. Wobei ich die Backmatte erst mal im Keller suchen muss,…

Kennen Sie das? Man räumt etwas auf, nennen wir es Verflixtwoistesding, das es dann so gut aufgeräumt ist, das man es nicht mehr findet. Doch man wird fast wahnsinnig, weil man genau weiß, das man so ein Verflixtwoistesding hatte. Spätestens wenn man ein neues Verflixtwoistesding, hier die Matte für Macarons, gekauft hat, taucht dann das andere wieder auf.

Oder wie in meinem Fall,

auch nicht. Ich habe mir dafür die Arbeit gemacht und auf die Rückseite meines Backpapiers Kringel in der richtigen Größe zu malen. Nur blöd, das man sie beim Umdrehen nicht mehr gesehen hat und sie zudem zu dicht beieinander waren.

FrauBpunkt Macarons Veilchen Pfeffer Zitrone Rezept-0162

Gerade eben

sitze ich mal wieder beim Fechten auf der Bank. Sie erinnern sich. DieLpunkt und DerCpunkt fechten seit den letzten Sommerferien und ich sitze somit zweimal wöchentlich für ne Stunde auf so einer wippenden Turnbank herum. Und hier kann ich in Ruhe tippen, was recht bizarr ist. Ich schule sozusagen meine Konzentration damit.

Toll an dem Fechtverein ist,

das sie auch außerhalb des Fechtens viel mit den Kindern machen. Unter anderem fahren sie mit den Kids in den Sommerferien für vier Tage nach Leipzig. Zur Fecht WM. Leipzig ist ja außerdem echt eine Reise wert, hatte ich ja letztes Jahr schon mal festgestellt.

Das wird das erste Mal sein, das mein HerrBpunkt und ich alleine, ganz ohne Kinder, sein werden. Wooohoooo!!! Haben Sie eine Idee für einen spontanen Kurzurlaub für uns? Mit guten Essen, netter Ort? Vielleicht mit dem Auto erreichbar? Dann nur raus mit der Sprache, da wäre ich echt dankbar!

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Vielleicht fahren wir aber auch

einfach nach Fürstenberg. Dann zeige ich meinem HerrnBpunkt das tolle Porzellan Museum. Und das Museum im Hütteschen Haus und gehe mit ihm abends in den Germanenhof zum Essen. Das wäre doch auch was, was meinen Sie?

Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, bei den Macarons. Auf dem Weg zum Fechten haben DieLpunkt und ich diskutiert, welche Macarons ich den backen sollte. Naja, zumindest von der Farbe her. Also, der Teenager hätte gerne ein helles Lavendel. Mit Veilchengeschmack. Och, wenn es sonst nix ist. Wobei mir gerade einfällt, dass ich heute meine Bestellung von Spicebar bekommen habe. Ich habe dort nicht nur Nachschub an Pfeffer, sondern auch ein recht abgefahrenes pinkes Curry und Rosenzucker bestellt. Oh, oder Rosmarin Erdbeer Macarons. Ich muss noch in mich gehen.

Nun hatte ich also den Willen,

das Material und jetzt brauchte ich noch ein idiotensicheres Rezept. Eines, worauf ich mich verlassen kann. Und da kommt mir der liebe Marian gerade recht. Ich hatte ihnen ja schon von seinem tollen Backbuch erzählt, eine Sachertorte daraus vorgestellt. Jetzt bin ich einfach mal so frei und stelle ein Rezept aus seinem Blog vor. Nämlich das der gelingsicheren Macarons. Grundidee ist also vom herzlichen, bodenständigen „Mann backt“. Geschmackskomposition und Anpassung, an meine heimische Gesamtsituation, ist von FrauBpunkt. Eine Verschmelzung zweier Rezepte, wenn Sie so mögen. Eine Fusion, Symbiose,… Erinnern Sie sich da noch an meine Geschichte von Fusion und Tortenschlachten? Noch ein wenig verglichen mit dem tollen Rezept von Julia von Zartbitter und Zuckersüss. das war von der Menge her eher das, was ich heute nochmal testen wollte,…

Unsere Idee

waren Veilchen Macarons mit einer Füllung auf weißer Ganache, aromatisiert mit kandieren Veilchenblüten, Andalimanpfeffer von Spicebar und einem Hauch Zitrone.

Beim ersten Versuch, mit dem bemalten Backpapier, habe ich drei Bleche, sagen wir mal, Dauer- Macaron -Platten bekommen. In einem diffusen Grauton.

Ich möchte hier festhalten, das ich mir sicher bin, das es nicht am Rezept vom Marian liegt! Und Marian, es ist nicht nett, wenn Du laut lachst!!

Ich habe das ganze Internet durchforstet. Vorwärts und rückwärts. Sowohl französische, als auch deutsche Rezepte verglichen, gelesen, studiert. Es ist überall fast identisch. Wichtig ist wohl nur auch das Anpassen an das Wetter (!!), den eigenen Backofen, die Flugbahn der Schneegänse und einiger bescheidender Faktoren mehr.

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Unsere Freunde,

die gestern spontan zu Besuch da waren, meinten ganz lieb „aber schmecken, also rein geschmacklich, naja, man könne sie schon essen,… halt recht lange,…“.

Nun hatte ich also eine wirklich grandiose, sensationelle Ganache und keine Macarons.

Und heute,

am Tag der Macarons, startete ich meinen offiziellen, letzten Versuch 2017. Ich habe das Rezept gedrittelt und noch ein wenig weiter an die Flugbahn der Amseln (Schneegänse hat es hier leider nicht) angepasst. Mir ein wenig zu Herzen genommen, was Julia von Zartbitter und Zuckersüss über Macarons schreibt. Und mit Spannung und gedrückten Daumen vor dem Ofen ausgeharrt!

Ja!!! Ich hab es geschafft!

Ich glaube, ich schraube noch ein wenig an der Temperatur vom Ofen (5° weniger) und dafür noch 1 oder 2 Minuten länger. Dann ist es perfekt. Leider muss ich auch feststellen, dass man Macarons immer nur blechweise backen kann. Das ist ein wenig umständlich, aber damit kann ich leben! Ich habe es geschafft!!! Ich habe genießbare Macarons gebacken und bin gerade pupsglücklich, stolz und zufrieden. Also ich finde ja, die sind durchaus hübsch geworden. Und lecker sind sie auch.

Jetzt kann ich Macarons und verspreche hiermit, das wird nicht das letzte Mal gewesen sein. Auch außerhalb dieses mondänen Feiertags. Die nächsten werden bestimmt dann auch rund werden. Obwohl,… Rund kann jeder!

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Zutaten

80 g Mandelmehl
90 g Puderzucker
33 g Eiweiß
90 g Zucker
23 g Wasser
33 g Eiweiß
1 Prise Salz
Lebensmittelfarbe
116 g weiße Kuvertüre
39 g Sahne
12 g Butter
1/4 TL Andaliman Pfeffer
7 g kandierte Veilchenblüten
1/2 Vanilleschote
3 Tropfen Zitronenöl
Kandierte Veilchenblätter und Blattgold als Deko

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FrauBpunkt Macarons Veilchen Pfeffer Zitrone Rezept-0142

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Zubereitung

Puderzucker und gemahlene Mandeln gemeinsam durch ein feines Sieb streichen. Unter diese Masse 33 g Eiweiß mit einem Schneebesen oder Teigspatel rühren. Es ergibt eine sehr zähe Masse.

33 g Eiweiß mit der Küchenmaschine halb steif anschlagen.

Gleichzeitig Zucker und Wasser aufkochen, bis die Zuckerlösung 118°C hat. Dafür hab ich mir ja extra ein digitales Zuckerthermometer (das man dann auch toll für Fleisch und Co. verwenden kann, angeschafft).

Den heißen Zuckersirup in einem dünnen Strahl vorsichtig zum Eiweiß geben. Dabei ständig weiter schlagen. Das Eiweiß zu einem sehr festen Schnee schlagen und auf etwa 50° abkühlen lassen. Das passiert sehr schnell, hab ich festgestellt. Jetzt noch die Masse einfärben.

Den Eischnee mit der Puderzucker-Mandel-Paste vermengen. Untypisch für Eiweiß, kann man hier mit Schmackes ran gehen. Das Ergebnis ist eine zähflüssige Masse.

Macarons -Teig in einen Spritzbeutel, mit ca. 10 mm Lochtülle, füllen und etwa 3 cm große Häufchen auf eine Macaronbackmatte (ein Verflixtwoistesding) oder ein mit Backpapier belegtes Backblech spritzen. Dazu den Spritzbeutel mit der Tülle möglichst senkrecht halten. Das Backblech auf die Arbeitsplatte klopfen, damit die Macarons gleichmäßiger werden und die Luftblasen raus gehen. Ich habe dann noch mit einem Zahnstocher nachgeholfen.

Die Macarons 30 Minuten bei Zimmertemperatur antrocknen lassen, damit sich oben eine dünne Haut bildet. Nach ca. 15 Minuten den Backofen auf 140° Umluft vorheizen.

Die Macarons 14-16 Minuten backen. Ziel ist, das sie nicht bräunen. Das sieht sonst aus, wie bei meinen Fehlversuchen.

Nach dem Backen das Backpapier, samt Macarons auf eine kalte Fläche ziehen die kleinen Kerle vollständig auskühlen lassen. Dann lassen Sie sich gut vom Papier lösen.

Die Sahne und Butter erhitzen, den im Mörser zerstoßenen Andaliman Pfeffer, Veilchenblüten und die Vanilleschote dazu geben.

Die Schokolade fein hacken und in die heiße Sahne geben. Den Topf vom Herd nehmen. So lange rühren bis eine homogene glatte Ganache entsteht. Mit 3 Tropfen Zitronenöl abschmecken.

Die Ganache, am besten im Keller, abkühlen lassen. Dann mit einem Schneebesen und der Küchenmaschine schaumig schlagen.

Die Ganache in einen Spritzbeutel mit Lochtülle füllen. Auf die unteren Hälften der Macarons einen großzügigen Kreis der Ganache spritzen. In die Mitte einen Klecks Lemon Curd setzen. Vorsichtig den Deckel darauf setzen.

Bis zum Servieren kühl stellen.

Puh!

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Der 20.03. ist im übrigen nicht nur Tag der Macarons,

sondern auch Tag des Glücks!

Dieser Tag wurde im Juni 2012 durch die Vereinten Nationen beschlossen. Mit dem Tag soll die Bedeutung des Strebens nach Glück und Wohlbefinden bewusst gemacht werden. Beides sind universelle Ziele und Bestrebungen der Menschen auf der ganzen Welt. Als Erfüllung menschlichen Wünschens und Strebens ist Glück ein sehr vielschichtiger Begriff, der Empfindungen vom momentanen Glücksgefühl bis zu anhaltender Glückseligkeit einschließt. Das ist aber, denke ich, einen ganz eigenen Artikel wert. Das Glück, Glücksgefühl, das Streben danach,…

Wissen Sie, manchmal braucht man im Leben einen Grund, etwas zu tun. Wichtig ist, das wir lernen dürfen, nicht zu warten, bis wir einen Grund serviert bekommen. Ich hatte hier, für mich gleich mehrere:

  • Ich wollte schon immer mal Macarons können
  • 20.3. ist der Tag der Macarons
  • Marian hat mit bestärkt, das ich das schaffe (danke nochmal)
  • Wohin hätte ich die leckere Ganache denn sonst tun sollen?

Es ist oft besser, sich einen Grund und damit sein Glück selbst zu suchen. Unser innerer Schweinehund kann den Unterschied nämlich nicht erkennen!

In diesem Sinne,

Ihre FrauBpunkt

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